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BEWEGUNG SCHAFFT BEGEGNUNG, 27.03.2017

Am Montag, 27.03.2017, hat sich eine Fachtagung mit dem Thema "Bewegung schafft Begegnung. Bewegung, Spiel und Sport mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen" im Schloss der Universtiät Osnabrück befasst. 

Dabei sein ist einfach - im Sport jedenfalls! Bewegung, Spiel und Sport machen es möglich, dass Kinder und Jugendliche sich zunächst auch ohne Worte begegnen und im gemeinsamen Tun zueinander finden. Bewegung, Spiel und Sport stellen universelle Phänomene dar, die Sprach- und Kulturgrenzen überbrücken und gemeinschafts-stiftende Potenziale enthalten. Gleichzeitig werden an ihnen alltägliche Differenzen deutlich.

Für die Gestaltung von Sport- und Bewegungsangeboten stellen sich konkrete Fragen:
Inwiefern können Bewegung, Spiel und Sport Kindern und Jugendlichen das Ankommen und Orientieren in einer unbekannten räumlich-sozialen Umgebung erleichtern? Wie gelingt es mit Bewegungsräumen auch Begegnungsräume zu schaffen? Inwiefern können dabei Gemeinsamkeiten betont und Unterschiede berücksichtigt werden? Wie können über Bewegung Sprachanlässe geschaffen und die sprachlichen Kompetenzen aller Kinder individuell unterstützt werden? Für Fachkräfte in der Praxis sind fachliches Wissen, aber auch Sensibilität im Umgang mit Heterogenität und auch Fremdheit von Bedeutung. Die Vorträge und Workshops der Fachtagung bieten hier vielfältige Zugänge. Darüber hinaus sollen konkrete Bewegungsangebote selber erfahren und dahingehend reflektiert werden, wie sie für die eigene Praxis in Kindergärten, Schulen, Vereinen und in informellen Gruppen genutzt werden können.

 

Hauptvorträge 

Prof. Dr. Renate Zimmer: Bewegung schafft Begegnung - Zur Bedeutung von Bewegungs-, Spiel- und Sportangeboten für die Integration geflüchteter Kinder und Jugendlicher

Prof. Dr. Zimmer ist Professorin für Sport- und Bewegungswissenschaften an der Uni Osnabrück und Direktorin des Niedersächsischen Institutes für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe). Ihre Arbeitsgruppe beschäftigt sich in verschiedenen Projekten mit integrationsfördernden Potenzialen von Bewegung, Spiel und Sport und mit den Chancen einer bewegungsorientierten Sprachförderung von Kindern mit Fluchtgeschichte.

Prof. Dr. Amara Eckert: Hilfe, mein Haus brennt - Wenn Kinder ihre belastenden Erlebnisse im Spiel thematisieren.

Prof. Dr. Eckert ist Professorin im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit an der Hochschule Darmstadt. Ihre Fachgebiete sind die Körperarbeit und Psychomotorik. 

 

 

Nachfolgend finden Sie die Kurzbeschreibungen zu den einzelnen Workshops.

Julia Bialek: Große Last auf kleinen Schultern – Grundlagen einer traumasensiblen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Dieser Workshop führt in die Grundlagen der Psychotraumatologie ein und vermittelt Verständnis für besondere Entwicklungen eines Menschen nach traumatisierenden Lebenserfahrungen. Es werden praxisorientiertes Wissen zur Sensibilisierung für traumabezogene Ausdrucksweisen von Kindern und Jugendlichen vermittelt sowie Möglichkeiten alltagsorientierter und pädagogischer Unterstützung innerhalb der jeweiligen Angebote aufgezeigt.

Julia Bialek ist Dipl. Pädagogin und Physiotherapeutin und hat Zusatzqualifikationen als Traumapädagogin/Traumafachberaterin und systemische Familientherapeutin. Sie ist Mitgesellschafterin des  Traumapädagogischen Instituts Norddeutschland, das Fort- und Weiterbildungen zu traumapädagogischen Themenbereichen anbietet.

 

Ingrid Clausmeyer: Und alle drehen sich - Tanzen als Baustein systematischer Sprachförderung
Kindertänze können aufgrund ihrer textlichen Gestaltung vielfältige Anregungen zum Bewegungshandeln bieten. Das Umsetzen von Sprache in Bewegung, besonders in rhythmischen Zusammenhängen, hilft, neue Wörter zu verstehen und zu behalten und kann über Modelläußerungen auch den Erwerb grammatischer Strukturen begünstigen. Im Workshop werden die Kindertänze zunächst vorgestellt.  Zur Unterstützung des systematischen Spracherwerbs  soll das angebotene  Sprachmaterial gemeinsam analysiert  und im Hinblick auf Stolpersteine untersucht werden. Darüber hinaus werden methodische Hilfen zur sprachförderlichen Gestaltung thematisiert.

Ingrid Clausmeyer ist Dipl.Pädagogin und arbeitet in der Lehrerausbildung am Studienseminar und an der Uni Osnabrück. Darüberhinaus ist sie bundesweit als Referentin für bewegte Sprachförderung tätig.

 

 

 

Sebastian Häfker: Faires kämpfen - Berührungsängste abbauen und spielerisch demokratische Werte vermitteln

Das Projekt „FAIRES KÄMPFEN“ zielt darauf ab, anhand von Inhalten aus dem Judo, wie z.B. Partner- und Vertrauensübungen, Berührungsängste abzubauen, Teambildungsprozesse zu initiieren und die Grundlage für ein friedliches, interkulturelles Zusammenleben zu schaffen. Im Workshop wird ein Einblick in die praktische Umsetzung des Projekts gegeben.

Sebastian Häfker ist Polizeibeamter. Seit 2015 führt er auf Grundlage seines Konzeptes „FAIRES KÄMPFEN“ beheimatete und geflüchtete Menschen zusammen, um Berührungsängste abzubauen.

 

 

 

Antje Hemming: Mit Bewegung Herzen berühren – Sport mit geflüchteten Kindern
Viele Flüchtlingskinder haben in ihren Heimatländern und auf ihrem Weg zu uns Traumatisierendes erlebt. Bewegung und Sport können diese Kinder wieder mit einer Welt vertraut machen, in der sie ganz Kind sein dürfen. Dieser Workshop gibt einen kurzen Einstieg in die Grundzüge der Traumapädagogik und bietet zahlreiche Anregungen, die den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder, ihr Selbstvertrauen, die Gemeinschaft und Integration fördern. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Spiele unabhängig von der jeweiligen Muttersprache mit einer gemeinsamen Bilder- und Zeichensprache vermittelt werden können.

Antje Hemming arbeitet in der Lehrer- und Erzieherausbildung und ist seit über 15 Jahren als Fachreferentin für Bewegungserziehung tätig.

 

 

 

Liane Kirchhoff: Flüchtlingskinder willkommen! Hier bist du sicher, denn hier wird (Theater) gespielt
In diesem Workshop werden verschiedene Herangehensweisen der Theaterpädagogik erprobt, bei denen Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft die Chance haben, sich auf spielerischer Ebene zu begegnen. Zudem wird gezeigt, wie das Erproben von Alltagssituationen Grundlage von Theaterspiel sein kann. Im geschützten Rahmen werden auf der Plattform Theater das Erleben von Spielfreude und das Entdecken von persönlichen Stärken und Qualitäten im Vordergrund stehen.

Liane Kirchhoff ist als studierte Theaterpädagogin (BA) seit 2006 bei der theaterpädagogischen werkstatt (tpw) beschäftigt. Sie leitet dort seit einigen Jahren Theaterprojekte mit Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Letzte Produktion im Januar 2017: fremdsein. ein dialog.

 

Elisabeth König: Sprachbildung für alle - Bewegungsorientierte Unterstützung der Sprachentwicklung geflüchteter und nicht geflüchteter Kinder
Die Vielfalt an Sprachen und Kulturen in der Kita stellt eine Bereicherung dar. Die Sprachentwicklung aller Kinder individuell zu unterstützen ist jedoch auch mit Herausforderungen verbunden. Zur Bewältigung dieser Herausforderung eignen sich Zugänge, die alle Kinder – unabhängig von ihren sprachlichen Kompetenzen – erreichen. In diesem Workshop wird das Potenzial von Bewegung als Zugang zur Sprachbildung erfahren. Die TeilnehmerInnen lernen die einzelnen Bereiche der Sprachentwicklung kennen und erhalten Anregungen, wie diese durch Bewegung unterstützt werden können.

Elisabeth König ist M.A. Motologin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Bewegung und Psychomotorik am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Uni Osnabrück. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt im Bereich der Bewegung und Sprache, speziell in der bewegungsorientierten Unterstützung der Sprachbildung geflüchteter Kinder und Familien.

 

 

Bastian Kuhlmann und Hannes Teetz: „Einfach“ Fußball – Wie das runde Leder alle begeistern kann
„Zwei Teams, ein Ball - auf geht´s!“ Ist es wirklich so einfach? Allzu häufig wird der Fokus im Fußball auf Leistung und Wettkampf gesetzt, sodass sich Begegnungen oft  nur bei leistungsstarken Kindern und Jugendlichen einstellen. Auf den Erfahrungen des sozialintegrativen Bundesprojektes „Kicking Girls“ aufbauend werden konkrete, praktische Übungen durchgeführt und gemeinsam reflektiert, wie die beliebteste Teamsportart möglichst Vielen zugänglich gemacht werden kann.

Bastian Kuhlmann (Dipl.-Päd.) arbeitet als Bereichsleiter hauptamtlich beim Verein Integration durch Sport und Bildung e.V. Er betreut dabei unterschiedliche sozialintegrative Projekte. Hannes Teetz (M. Ed.) leitet als hauptamtlicher Mitarbeiter beim Verein Integration durch Sport und Bildung e.V. das sozialintegrative Projekt Kicking Girls.

Marina Kuhr: Bilderbücher, die bewegen – Handlungsorientierte Vorleseangebote für Kinder mit Fluchthintergrund

Bilderbücher und Geschichten ermöglichen einen kindgerechten Zugang zu Sprache. Dabei muss es nicht immer ruhig und leise zugehen. Bewegung und Spiel sind insbesondere bei sprachlichen Hürden ein ganz besonderes Medium der Kommunikation und Sprachbildung. In diesem Workshop soll praxisnah aufgezeigt werden, wie Geschichten und Bilderbücher handlungsorientiert „gelesen“ und erfahren werden können und Lust auf Sprache und Bewegung machen.

Marina Kuhr ist Bewegungswissenschaftlerin sowie Sport- und Deutschlehrerin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück. Hier leitet sie seit 2015 Angebote zur bewegungsorientierten Sprachförderung mit geflüchteten Kindern.

 

 

Caterina Schäfer: Psychomotorik – Bewegung als Beziehungsangebot in der Arbeit mit Kindern mit Fluchterfahrung

In den Aussagen „aufeinander zugehen“ oder „in Kontakt treten“ wird deutlich, wie eng das Aufnehmen einer Beziehung mit Bewegungshandlungen in Zusammenhang steht. Was bieten psychomotorische Angebote für Kindergruppen, bei denen auch Kinder mit Fluchterfahrungen teilnehmen? Raum zum Ankommen, Orientieren und Ausprobieren. Raum für Interaktion, Begegnung und Beziehung. Raum der Schutz, Sicherheit und Geborgenheit geben kann, um Vertrauen in sich und seine Umgebung entwickeln und wiederfinden zu können.

Krankheitsbedingt hat Frau Caterina Schäfer kurzfristig den Workshop von Frau Fiona Martzy übernommen.

Elke Ursinus: Spiel ohne Grenzen – Kinder mit Fluchterfahrungen in der KiTa

In diesem Workshop geht es darum, wie wir Kinder (mit Fluchterfahrung) in der Kita begleiten und fördern können, ohne sie zu „bespielen“. Dabei stellt die eigene Haltung bzw. innere Einstellung zu den Kindern einen wichtigen Faktor dar. Inwiefern hat sie Einfluss auf die pädagogische Arbeit mit Kindern?

Elke Ursinus ist Erzieherin und leitet seit 1993 die vom LSB NRW zertifizierte Bewegungs-KiTa Am Königsteich in Westerkappeln. In der KiTa werden seit 20 Jahren Flüchtlingskinder, aktuell aus Syrien, Afghanistan u.a. Ländern, betreut. Damals sah sich die AWO-KiTa ähnlichen Herausforderungen gegenüber wie in der jetzigen Zeit.

 

Daniel Wangler und Ines Weiden (Projektgruppe SmOF): Kleine Spiele aus aller Welt
Ob miteinander oder gegeneinander, im Freien oder drinnen, mit oder ohne Material – Bewegungsspiele können so vielfältig sein, wie es die Mitspielenden zulassen und ausgestalten. Im Workshop soll anhand Kleiner Spiele aus aller Welt erfahren werden, welche grenzübergreifenden Gemeinsamkeiten, aber auch kulturellen Unterschiede im Spiel zum Ausdruck kommen können und wie Spiele genutzt werden können, Kinder mit dieser Vielfalt in Kontakt zu bringen. 

Daniel Wangler und Ines Weiden sind wissenschaftliche Mitarbeiter_innen am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften. Sie leiten seit 2014 das Projekt „Sport mit Osnabrücker Flüchtlingen“.

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AKTUELLES

SCHIRMHERRSCHAFT

Wir freuen uns außerordentlich, dass Herr Boris Pistorius, Niedersächsischer Minister für Inneres und Sport, die Schirmherrschaft über die Fachtagung am 27.03.2017 übernommen hat. 

REFERENTENWECHSEL

Aufgrund kurzfristiger Erkrankung von Frau Ricarda Menke wird Frau Simone Hartmann den Workshop "Aus der Leseecke in Bewegung kommen - Bilderbücher, die bewegen" (01-08/02-08) übernehmen. 

FACHTAGUNGEN IM MÄRZ 2017

Am 16. März 2017 wird es eine Fachtagung zum Thema „Sprache bewegt! Im Spiel zur Sprache kommen“ geben. Die Tagung ist ausgebucht.

Am 27. März 2017 wird sich eine weitere Tagung mit dem Thema „Bewegung schafft Begegnung. Bewegung, Spiel undSport mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen befassen. Es sind noch freie Plätze vorhanden.

Weitere Infos sowie Anmeldemöglichkeiten zu den Tagungen finden Sie unter dem Menüpunkt Fachtagungen

FOTORÜCKBLICK

Ab sofort finden sie hier einen Fotorückblick zum Kongress 2016.